59 Verspätungen, 20 Teilausfälle und drei Umleitungen: Der Zugverkehr zwischen Münster und Rheine ist am Mittwochmorgen stark beeinträchtigt worden. Schuld waren Metalldiebe. Sie klauten bei Sprakel 320 Meter Fahrdraht-Stabilisatoren - und können von Glück sagen, dass sie noch leben.
Viele Pendler warteten am Mittwochmorgen vergeblich auf ihre Züge. Wie die Bundespolizei meldet, kam es auf beiden Streckengleisen der Bahnstrecke Rheine-Münster wegen Buntmetalldiebstählen zu erheblichen Verspätungen.
In der Nacht zu Mittwoch gegen 1 Uhr hatten Bahn-Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten zwischen dem DB-Haltepunkt Sprakel und dem Bahnhof Greven parallel zur Aldruper Straße entdeckt, dass insgesamt ca. 320 Meter sogenannte "Festpunktankerseile" fehlten. Sie dienen dazu, den Fahrdraht zu stabilisieren.
15.000 Volt Spannung
Metalldiebe hatten sie durchtrennt und vermutlich mit einem Kraftfahrzeug abtransportiert. "Der hierdurch entstandene Gesamtschaden beläuft sich im vierstelligen Bereich", so die Bundespolizei.
Bis jetzt verspäteten sich 59 Züge insgesamt um 920 Minuten, 20 fielen aus, drei Züge mussten umgeleitet werden. Da die Instandsetzungsarbeiten zur Zeit noch andauern, kommt es im Zuglauf auf dieser Strecke weiterhin zu Verspätungen.
Diebstähle wie diese sind laut Bundespolizei lebensgefährlich für die Täter: Unter den Ankerseilen gibt es auch stromführende Leitungen mit einer Spannung von 15.000 Volt.