Freitag, 18. Mai 2012

Götz Alsmann hält Antrittsvorlesung an der UniMittwoch, 08. Februar 2012

Weitere Bilder 15 Lieder spielte Prof. Alsmann auf der Ukulele.

Die Rektorin versprach ein "historisches Ereignis", der Hauptredner gestand frank und frei, dass er "seit seinem ersten Kuss nicht mehr so nervös war": Die Antrittsvorlesung von Honorarprofessor Dr. Götz Alsmann am Dienstagabend war alles andere als "business as usual" - die gut einstündige "halbkonzertante Vorlesung" mit 15 Liedern und drei Zugaben war buchstäblich ein Ereignis.

Die Schloss-Aula war mit gut 400 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt, am Ende gab es lang anhaltenden Applaus. "Das ist eine schöne Ehrung für das, was ich bisher gemacht habe", betonte Götz Alsmann, der mit den Spenden für die Eintrittskarten die Jugendakademie der Musikhochschule unterstützen will.

Die Musikhochschule der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hatte den populären Musiker und Entertainer im Juli 2011 zum Honorarprofessor ernannt. Mit diesem Ehrenamt kehrt der 54-jährige Münsteraner in neuer Funktion an seine Alma mater zurück: Götz Alsmann begann 1977 sein Studium der Germanistik, Publizistik und Musikwissenschaft an der WWU.

1985 schloss er seine musikwissenschaftliche Promotion zum Doktor der Philosophie ab. "Welch schöne Fügung des Schicksals, dass sich dieser Kreis heute schließt", unterstrich der Dekan der Musikhochschule, Prof. Michael Keller. Mit Götz Alsmann gewinne die Musikhochschule eine für die Ausbildung exzellente und äußerst qualifizierte Persönlichkeit.

Götz Alsmann ist der dritte Honorarprofessor in der Geschichte der WWU-Musikhochschule, die seit 2004 einen eigenständigen Fachbereich bildet. "Aber Sie sind der erste Professor an der Universität, der seine Lehrtätigkeit singend und spielend aufnimmt", wies Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles auf eine Besonderheit dieses "exotischen" Auftakts hin.

Götz Alsmann bot seinen Zuhörern einen informativen und mit Hilfe seiner Ukulele und einem Akkordeon zudem einen äußerst unterhaltsamen Abriss durch die ersten 100 Jahre des deutschen Schlagers. Er schwärmte von den "wunderbaren Melodien, die noch heute verfangen".

Vor allem vom Ende der 1920er-Jahre bis zum Ende der 50er-Jahre hätten "wunderbare Komponisten und Interpreten" höchstes Niveau geboten und Zeilen geschrieben, "die einem nie mehr aus dem Sinn gehen". Einige seiner Beispiele: "Der kleine Boy vom Grand Hotel", "Ich bin nur auf heiße Liebe eingestellt", "Eine blaue Stunde an einem grauen Tag".

Bis in die 70er-Jahre hinein sei es auch niemandem peinlich gewesen, seine Vorliebe für den deutschen Schlager zuzugeben. Dann allerdings habe es einen Bruch gegeben, "irgendwann hat man sich der Texte und der Songs geschämt".

Warum? "Weil der pointensichere Umgang mit den Texten verloren ging, weil sich Lehnwort-Fetischisten ans Werk machten." Immer wieder wies er eindringlich auf die Schlager-Qualitäten hin. "Es gibt eine Welt jenseits des Gummiboots und der zehn nackten Friseusen", betonte er. Heute fänden die alten Schlager dagegen wieder ein größeres Publikum, "echte Liebhaber" würden mit "achäologischem Spürsinn" die alten Hits "reaktivieren".

In seinen Vorlesungen wird sich Götz Alsmann unter anderem der unterhaltenden Musik von ihrer Abspaltung von der E-Musik an bis etwa 1960 widmen. Auf die Frage eines Gastes, ob er als strenger Professor auftreten werde, antwortete er: "Es sollen keine ,soften', sondern lustige und interessante Veranstaltungen werden. Schließlich liegt mir die Musik wirklich am Herzen."

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Beitrag von: Kaufen und Sparen
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